Stichwortverzeichnis zu den Zehn Geboten

Lexikon

 

Abraham

Abraham war laut Bibel der erste, der nicht an viele Götter, sondern nur an einen Gott glaubte. Muslime, Christen und Juden verehren Abraham als Stammvater. Die Geschichte des Volkes Israel beginnt mit Abraham. Er gilt als der "Erzvater": Gott hat sich ihn erwählt, um aus Abrahams Familie sein "auserwähltes Volk" zu schaffen.

 

Bibel

Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Buch". Die Bibel ist die heilige Schrift der Christen. Sie beginnt mit der Entstehung der Welt (Schöpfungsgeschichte), erzählt von Abraham, von Mose, von den Propheten und von Jesus. Die ältesten Teile der Bibel sind die Heiligen Schriften der Juden. Auch der Islam bezieht sich auf die Bibel und erkennt ihre Propheten an. Die Bibel besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament.

 

bundeslade

Im Alten Testament (AT) ein Kultgegenstand des Volkes Israel. Die Bundeslade ist ein Kasten aus goldüberzogenem Zedernholz mit Tragestangen, in welchem die Gesetzestafeln mit den 10 Geboten ( Dekalog) aufbewahrt wurden. Die Bundeslade galt als sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes und wurde mit religiöser Scheu behandelt. David überführte die Bundeslade nach Jerusalem. Sie wurde im Tempel des Salomos im Allerheiligsten aufgestellt
Mit dem Ende des judäischen Staates 587/6 v. Chr. ging die Bundeslade verloren. Das bedeutete für das jüdische Volk eine tiefe Depression in Babylon, die nur durch prophetische Verheißung (Brief Jeremias in Jer 29,1ff) überwunden werden konnte.

 

Dekalog

Die zehn Gebote, der Dekalog (griechisch =Zehnworte) sind ursprünglich eine Sammlung von Grundgeboten der Israeliten. Der Dekalog regelt verschiedene Bereiche: a) den zwischen Gott und den Menschen und b) den zwischen Mensch und Mensch.

 

Evangelium

Evangelium heißt auf Deutsch "gute Nachricht, frohe Botschaft". So werden die vier Lebensbeschreibungen Jesu im Neuen Testament genannt. Die Evangelisten, also die Autoren der Evangelien, waren Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Entstanden sind die Evangelien wahrscheinlich zwischen 70 und 120 nach Christus.

 

Exodus

Mit Exodus bezeichnet man den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten mutmaßlich Ende des 2. Jahrtausends vor Christus. Das 2. Buch Mose findet sich deshalb in der Bibel auch unter der Bezeichnung Exodus.

 

GOLDENES KALB

Die Israeliten schufen sich während der Abwesenheit des Mose ein goldenes Stierbild als Sinnbild der Gottheit (Ex 31,18-33,6) und verehrten es. Dies wurde als Götzendienst betrachtet und bestraft. Tanz ums Goldene Kalb: Redewendung, die die Vergötterung von Reichtum und Macht ausdrückt.

 

Israel

Diesen Namen tragen im Alten Testament das Volk Gottes und das ehemalige Land Kanaan, das es nach der Wüstenwanderung und Landnahme besiedelte. Nach der Reichsteilung im Jahr 926 v. Chr. in zwei ungleich große Landesteile gegliedert, behielt nur das größere Nordreich (mit der Hauptstadt Samaria) den Namen "Israel". Das kleine Südreich (mit der alten/neuen Hauptstadt Jerusalem) erhielt den Namen "Judäa". 
Die Deutung des hebräischen Namens Israel ist nicht eindeutig zu erklären. Er kann bedeuten: "Gott möge sich als Herr(scher) erweisen" oder "Gott möge herrschen". Die Namensgebung wird in der Bibel mit der Geschichte vom Kampf Jakobs am Jabbok (Genesis 32,23-33) erklärt.

 

JHWH

Gottesbezeichnung im Alten Testament, hebräischer Name für den Gott Israels. Dieser Name wurde und wird im Judentum aus Scheu und Ehrfurcht nicht ausgesprochen.
In Exodus 3,1ff. fragt Mose Gott nach seinem Namen, als dieser ihm im brennenden Dornbusch erscheint. Gott nennt seinen Namen "Ich bin (für euch) da" (oder "Ich bin, der ich bin" bzw. "Ich werde sein, der ich sein werde."). 
Mit diesem Namen wird der JHWH-Name erklärt: JHWH ist in der hebräischen Sprache, die nur Konsonanten schreibt, der Wortstamm des Verbs "(da)sein". Die unterschiedlichen Übersetzungen kommen dadurch zustande, dass es im Hebräischen keine Zeitformen wie im Deutschen gibt. Auffällig ist auf jeden Fall, dass Gott einen Namen nennt, der eigentlich kein richtiger Name ist. Gott vermeidet es also hier, sich auf einen bestimmten Namen festzulegen.

 

Juden

Nach der so genannten babylonischen Gefangenschaft wurden alle Bewohner der Region von den umliegenden Völkern als "Judäer" bezeichnet und damit der Name "Juden" auf alle Israeliten ausgedehnt. Der Name ist von der ursprünglichen Bezeichnung des südlichen Teils des Staates Israel, der Juda oder Judäa hieß, abgeleitet. Nach ihrer hebräischen Sprache, mit der sie zur Sprachgruppe der Semiten gehören, werden sie auch als Hebräer bezeichnet
In der Diaspora wurde der Name "Juden" dann zu ihrer Selbstbezeichnung. Der Untergang ihres Staates, die Bedrückung durch die Römer ab etwa 63 vor Christus und wirtschaftliche Not bewog den größten Teil der Juden, in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung ihre Heimat Palästina zu verlassen und sich nach allen Richtungen zu zerstreuen. Dieser geschichtliche Vorgang wird Diaspora (griechisch = Zerstreuung) genannt. 
Als Jude gilt derjenige, dessen Mutter oder Großmutter, Urgroßmutter oder Ururgroßmutter (jeweils mütterlicherseits) religiöse Jüdinnen waren, oder der, der nach den orthodoxen religiösen Regeln zum Judentum konvertiert ist.

 

Katechismus

Systematische Darstellung der christlichen Glaubens- und Sittenlehre, vor allem als Antwort auf die Fragen der nachwachsenden Generation und Außenstehender. Ursprünglich ist die mündliche Unterweisung der Taufbewerber gemeint. Martin Luther hat im Zuge der Reformation  seinen Katechismus ( einen großen und einen kleinen) geschaffen. Der kleine Katechismus war für die Allgemeinheit gedacht, der große für Pfarrer und Lehrer.

 

Martin Luther

Martin Luther (1483-1546) wollte die Kirche reformieren. Er übersetzte die Bibel ins Deutsche, damit jeder sie lesen konnte. Er fand, die katholische Kirche hätte sich zu weit von der Lehre des Evangeliums entfernt. Besonders empörte ihn, dass die Kirche für die Freisprechung von Sünden Geld verlangte. Luther verfasste auch den Kleinen und den Großen Katechismus, in dem er u.a. Die Zehn Gebote erklärte.

 

Monotheismus

Monotheismus ist der Glaube an einen einzigen Gott. Das Wort kommt aus dem Griechischen, "monos" bedeutet "eins" und "theos" heißt "Gott". Judentum, Christentum und Islam sind monotheistische Religionen. Im ersten Gebot wird darauf Bezug genommen.

 

Mose

Mose hat das Volk Israel aus der ägyptischen Sklaverei und durch die Wüste bis an die Grenze des "gelobten Landes" geführt. Er hat dem Volk Israel das "Gesetz Gottes" (Zehn Gebote) am Berg Sinai vermittelt. Darum gilt er als Begründer der "mosaischen (Gesetzes-) Religion".

 

Sinai

Sinai -  Name eines Berges an der Südspitze der Halbinsel Sinai. Er gilt in der biblischen Überlieferung als der "Berg der Gesetzgebung": Dort hat Mose für das Volk Israel von Gott die Zehn Gebote empfangen (Exodus 19-20). Der Sinai liegt zwischen dem Suezkanal und dem Roten Meer. Der Suezkanal trennt Afrika von Asien. 
Der Sinai ist ca. 61.000 qkm groß (etwas kleiner als Bayern). Er besteht zum größten Teil aus einer zerklüfteten Felswüste mit vielen Tälern, die Wadis heißen. Der höchste Punkt ist der Katharinenberg mit 2.642 m. Durchschnittlich regnet es im Südsinai nur 35,5 mm im Jahr. Nur in der Zeit von Dezember bis März fällt an 3 bis 6 Tagen pro Monat Regen. Im Sommer ist es oft über 40° C heiß.

 

Sklaverei in Ägypten

Auf die Sklaverei in Ägypten  der Israeliten wird im 1. Gebot Bezug genommen. Gott hilft ihnen, aus dem Machtbereich des Pharaos zu entkommen.

 

Stiftshütte

Oder Mischkan (hebräisch מִשְׁכַּן) ist eine von mehreren Bezeichnungen für das transportable Heiligtum, welches nach dem biblischen Text das Volk Israel auf seinen Wanderungen nach dem Auszug aus Ägypten mitführte, bevor ein permanentes Zentralheiligtum errichtet wurde. Weitere biblische Bezeichnungen sind „Stiftszelt“ (hebr. אֹהֶל מוֹעֵד ʔohel mōʕēd) oder auch „Heiligtum“ (hebr. מִקְדָּשׁ miqdāš).

 

Volk Gottes

So hat sich im Alten Testament das Volk Israel bezeichnet. Es versteht sich als das von Gott aus allen Völkern erwählte Volk, mit dem er am Berg Sinai einen besonderen Bund geschlossen hat. Seit dem Wirken Jesu und der Apostel und der damit  verbundenen Entstehung der Christenheit sind Judentum und Christentum trotz der gemeinsamen Glaubenswurzel zwei verschiedene Glaubensgemeinschaften. Dennoch bleibt Israel nach den Aussagen des Neuen Testaments das erwählte Gottesvolk (Römerbrief 11,1). Der christliche Glaube hält an der bleibenden Erwählung Israels fest.

 

Zehn Gebote

Zehn Gebote (Dekalog) heißen die Regeln, die Moses auf dem Berg Sinai von Gott erhielt. Sie schreiben unter anderem vor, nur einen Gott anzubeten, die Eltern zu ehren, nicht zu morden, nicht zu stehlen, nicht zu lügen. Die zehn Gebote gelten für Juden, Christen und - in z. T. veränderter Weise - auch für Muslime.

 

Quellen: www.unsere-zehn-gebote.de / www.relilex.de